Thinktank „Skylab“

Die Western Swedish Chamber of Commerce, die Wirtschaftskammer in Göteborg, war Anfang Oktober Schauplatz einer spektakulären und sehr erfolgreichen Aktion, dem Ideenlabor „Skylab“. Eine konkrete Aufgabe sollte in 24 Stunden gelöst werden:  Wie kann man die Kooperation von Unternehmen unterstützen, die in einer Region weit verstreut angesiedelt sind undin der es an effizienten Verkehrswegen mangelt. 1500 TeilnehmerInnen der von der Wirtschaftskammer organisierten Innovationstagung konnten live miterleben, wie ein Team bestehend aus MitarbeiterInnen der IT-Beratung HiQ und KünstlerInnen, nominiert von Tillt, dem schwedischen Intermediär zwischen Kunst und Wirtschaft, gemeinsam an der Lösung dieses Problems arbeiteten. Und das  publikumsfreundlich in einem Glascontainer, wobei das Geschehen auf einer großen Leinwand beobachtet werden konnte.

Skylab_Foto Handelskammer

Das Ergebnis war nicht nur kreativ, sondern auch sofort umsetzbar: Eine digitale Plattform, die nicht nur die Informationen liefert sondern auch die Kommunikation unterschützt, Support bietet und die ganze Region zu einem Marktplatz mit geschäftigem Treiben macht. Die Präsentation des Ergebnisses war der Höhepunkt der Veranstaltung. Die Teammitglieder hatten die Keywords auf Stoff gemalt und traten als lebende Powerpoint-Show auf.

„Gute Ideen entstehen durch die richtige Kombination von Menschen in einer inspirierenden Umgebung und ohne Vorgaben. Die KünstlerInnen und die ExpertInnen von HIQ bringen ganz unterschiedliche Fähigkeiten mit, aber sie verstehen einander und haben Freude und Spaß an der Zusammenarbeit“, fasste Jerker Lindstein, der Managing Director von HIQ zusammen. „Skylab“ soll nun als Ideenlabor für Probleme etabliert werden, die von Technologie und Kunst nur gemeinsam gelöst werden können.

HIQ ist ein Unternehmen für IT- und Management-Beratung, spezialisiert auf Hi-tech-Lösungen für Kommunikation und Softwareentwicklung
www.hiq.se

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Die Wirkung von Kunst bei Unternehmen und MitarbeiterInnen

Unsere Erfahrung, welchen Nutzen Kunst in Organisationen haben kann, wird in der Disseration von Claudia Schnugg von bestätigt, die für ihre Arbeit an der Johannes Kepler Universität Linz, Institut für Organisation,  70 Fallbeispiele analysierte. Im Kapitel „Wirkungen“ reiht sie die Aussagen nach der Häufigkeit der Nennungen:

Foto: © Renée Del Missier / www.reneedelmissier.com

Anzahl   Wirkung bei Unternehmen und MitarbeiterInnen
19          Unternehmenskommunikation wird verbessert
10          Diskussionskultur und kreativer Dialog wird angeregt
9            Imageaufbau des Unternehmens
9            Selbstreflexion wird gefördert
9            Routinen werden hinterfragt
9            Corporate Identity wird nach innen und außen kommuniziert
8            Beiträge zur Organisationskulturentwicklung
8            Persönlichkeitsentwicklung wird gefördert
8            Wahrnehmung wird geschärft und reflektiert
7            Atmosphäre der Offenheit und Kreativität wird gestaltet

Zusammengefasst gab es die größte Zahl an Nennungen sowohl auf der individuellen als auch der Organisationsebene bei Persönlichkeits- und Kompetenzentwicklung, gefolgt von Sozialem Verhalten, Wirkung auf Marketing und PR und Unternehmenserfolg. Bei der persönlichen Charakter- und Kompetenzentwicklung wurden u.a. Selbsterfahrung, eigene Meinung vertreten lernen, Verhaltensänderung durch Selbstreflexion, Denkblockaden lösen, Wahrnehmung schärfen, Lernen genau hinzuhören und hinzusehen, offener gegenüber Neuem werden, Perspektiven anderer einnehmen, eigeninitiativ Handeln, Kreativität steigern und Teamentwicklung genannt.

Beim Input zur Organisationsentwicklung durch Kunst und KünstlerInnen waren es Statements wie Identifikation mit Problemen, Abläufe erkennen, externe Sichtweise als Beitrag zur OE, künstlerischer Prozess als Modell für Arbeitsabläufe, Arbeitsfreude und Motivation steigern, positives Arbeitsklima gestalten.

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Kann man das Ergebnis künstlerischer Interventionen messen?

Das kommt mir bekannt vor. Das gleiche Legitimationsproblem haben Trainings und Beratungen. Wie messen Sie den Erfolg eines dreitägigen Führungskräftetrainings? Das Bedürfnis den Nutzen von Investitionen in Personal- und Organisationsentwicklung quantitativ zu messen, gibt es seit langem. Auch bei den Berichten über Projekte mit KünstlerInnen finden sich Angaben wie zb 20% Steigerung des Umsatzes, oder 30 % Reduktion der Fluktuation. Nachdem die meisten Change-Projekte über einen längeren Zeitraum laufen und gleichzeitig andere Maßnahmen im Unternehmen den Erfolg beeinflussen, stehe ich solchen Angaben eher skeptisch gegenüber. Viel mehr überzeugen mich die positiven Schilderungen von Menschen, die künstlerische Interventionen selbst erlebt haben. Daraus geht hervor, dass sie

–         Selbstvertrauen und Freude an der Arbeit gewonnen haben
–         mit anderen offener und positiver gestimmt zusammenarbeiten
–         durch Experimente neues Wissen in einer neuen Art entwickeln konnten
–         verborgene Fähigkeiten in sich entdeckten
–         Mut gefunden haben Neues auszuprobieren woran sie bisher überhaupt nicht dachten
–         von anderen nun als eine vielseitige Persönlichkeit gesehen werden

Die Wirkung spiegelt sich also in einer persönlichen Entwicklung und der Mitarbeiterzufriedenheit. In den Erzählungen wird immer wieder von einem Energieschub berichtet, der sich positiv auf Teamarbeit, auf die gesamte Unternehmenskultur und damit auch auf die Ziele der Organisation auswirkte. Die direkte und erfrischende Herangehensweise der KünstlerInnen an die Situationen, ihre Offenheit und so ganz  andere Art der Kommunikation sprachen alle Sinne an und halfen, die Trägheit eingespielter Routinen zu überwinden.

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