Kulturwandel: Vom Funktionieren zum Gelingen

Gerald Hüther / Homepage

„Es geht nicht um’s Funktionieren, es geht um’s Gelingen!“, hörte ich Gerald Hüther sagen, den inzwischen auch in Österreich bekannten Hirnforscher. Und zwar beim Symposium „Kunst fördert Wirtschaft“, 2010 in Dortmund. Ein solcher Satz muss sickern, er lädt dazu ein, hineinzuhören in die eigenen Gefühle, inneren Einstellungen und Haltungen. Erinnere ich mich an ein Hochgefühl, als mir etwas „gelungen“ ist? Was war das? Oder bin ich schon zufrieden, wenn alles reibungslos klappt, wenn ich „funktioniere“. Bei allem was mich begeistert, wofür ich mich brennend interessiere, was mich freut und was ich im Leben wichtig finde, da stellt sich auch das Gefühl des Gelingens ein. Ein wirklich gutes Gefühl.

Auf der Homepage von Gerald Hüther werden Sie ermutigende Sätze finden, aber auch anspruchsvolle, denn: „Es fällt nichts vom Himmel!“ (zit. Hüther)
Hier nur einige Beispiele, die Sie auch vor der Folie des Themas Kunst und Wirtschaft lesen können, nicht umsonst war Hüther Referent zum Thema „Kunst fördert Wirtschaft“:

  • Unser Hirn macht uns vor was qualitatives Wachstum ist. Es wächst nicht so lange weiter bis uns die Schädeldecke zerplatzt, sondern indem es die Beziehungen zwischen den Nervenzellen intensiviert.
  • Wem Gelegenheit geboten wird, zu zeigen, was er kann, und wem das Gefühl vermittelt wird, dazuzugehören und zum Gelingen des Ganzen beitragen zu dürfen, der strengt sich nicht nur an. Der denkt auch mit. Der übernimmt auch Verantwortung und bringt sich ein.
  • In jedem Unternehmen, in jeder Mitarbeiterin, in jedem Mitarbeiter schlummern meist noch nicht geweckte Potentiale, die nur warten zur Entfaltung zu kommen. Wenn es Führungsteams und ihren Mitarbeitern gelänge, auf eine andere Art und Weise in Beziehung zu treten, könnten Teams über sich hinauswachsen.
  • Die alte Kultur der Ressourcenausnutzung kann durch eine innovative Kultur der Potentialentfaltung ersetzt werden. Es braucht eine grundlegende Veränderung unserer bisherigen Haltungen, Überzeugungen und inneren Vorstellungen – unseres „ mindset“. Wie kann das gelingen? Mit neuen stärkenden Erfahrungen. Mit Begeisterung …
Gerd Altmann / pixelio.de

Professor Gerald Hüther sucht nach dem Geheimnis des Gelingens. Er möchte herausfinden, was Menschen brauchen, um die in ihnen angelegten Potentiale zu entfalten, um gemeinsam über sich hinauswachsen zu können. Das nennt er „Applied Neuroscience“ (angewandte Neurobiologie). Er ist Präsident des wissenschaftlichen Beirats der Sinn-Stiftung und hat die aktuelle Initiative „Kulturwandel in Unternehmen und Organisationen“ initiiert. Unternehmen werden bei der Einführung einer auf Potentialentfaltung ausgerichteten Unternehmens- und Führungskultur unterstützt. Hüther lädt ein, ermutigende und inspirierende Erfahrungen mit anderen Unternehmen und Führungskräften zu teilen und sie damit zu inspirieren.

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Silence – stille Begegnung mit Kunst

600 m2, 2 Kunstwerke, 1 Stunde Zeit exklusiv für Sie allein oder zu zweit.
Liebe Führungskraft, sind Sie bereit für eine Stunde Entschleunigung?
Dann lassen Sie sich von Karlheinz Essl sen. einladen: „Unter Entschleunigung verstehe ich, dass wir das Gegenteil machen vom dem was wir den ganzen Tag über tun, nämlich zur Ruhe kommen. Sich vor ein Bild hinzusetzen, das Bild zu betrachten, das Bild zu einem sprechen zu lassen und dann in einem kunst-trance-artigen Zustand sich einfach in das Bild hineinzuverlieren, so lange bis alle Gedanken weg sind und nur mehr das Kunstwerk einen ganz gefangen nimmt. Ich lade Sie ein sich auf dieses außergewöhnliche Projekt einzulassen.“

[youtube=http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=-DT1bI3x7tM]

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Kunst und Arbeitswelt – Arbeiten von KünstlerInnen

Das Technische Museum wählte als Jahresschwerpunkt die Arbeitswelt. Und geht dabei neue Wege. Für die Ausstellung „At your Service – Kunst und Arbeitswelt“ wurden sieben Künstlerinnen und Künstler eingeladen, zum Thema Arbeit neue Kunstwerke zu produzieren.

Kunst wird dabei nicht in einem eigenen Ausstellungsraum präsentiert, sondern in die bestehende Dauerausstellung integriert. Als Interventionen befragen und erweitern die Kunstwerke die Präsentationen zu den Entwicklungen der Stahlerzeugung, der Energiegewinnung, des Eisenbahnwesens und des Alltags und bringen in ein Technikmuseum neue Perspektiven ein.

Die KünstlerInnen beziehen pointiert Stellung zu aktuellen Fragen: Wie verändert sich Arbeit? Wo ist sie Privileg, wo eine Belastung? Was bedeutet es, wenn Arbeitsabläufe automatisiert werden? Die Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft: unsere Arbeitszukunft? Was heißt es, flexibel und mobil zu sein? Wie beeinflussen Arbeit und Arbeitslosigkeit unser Selbstverständnis?

Anna Jermolaewa - Tafel der Ehre
Anna Jermolaewa - Tafel der Ehre
Daniel Knorr - Bettelroboter
Pavel Braila – A Tribute to the Typewriter
Pavel Braila - A Tribute to the Typewriter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Manchmal werden wir gefragt: „Kunst und Wirtschaft? Interessieren sich Künstler denn überhaupt für die Arbeitswelt?“  Nun, zumindest gibt es eine ganze Reihe davon, überzeugen Sie sich selbst.

http://www.technischesmuseum.at/ausstellung/at-your-service-kunst-und-arbeitswelt

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Selbstvertrauen ja – aber Mut fehlt

Manager zeichnen sich durch Selbstvertrauen und Begeisterungsfähigkeit aus. Sie sprechen über ihre Erfolge. Nur selten sprechen sie darüber, was sie aus Fehlern gelernt haben. Das ist generell ein kulturelles Defizit. Es führt auch dazu, dass der Mut zum Scheitern fehlt, man bevorzugt den sicheren Weg statt sich auf neues, unsicheres Terrain zu begeben. So manche Innovation wurde auf diese Weise schon begraben.

Mut schließt auch den Willen möglicherweise zu verlieren ein. Wir lernen nirgends über den Wert von Fehlern, von bewusstem Eingehen von Risken, von der Entscheidung ohne Sicherheitsnetz.

Michael Rittmeier  / pixelio.de
Michael Rittmeier / pixelio.de

Seth Godin fragt in seinem Blog ob Sie sich einen ängstlichen Trapezkünstler vorstellen können? Glücklicherweise gibt es den nicht. Ein Zögern beim Sprung von einem Seil zum anderen würde er nicht überleben. Und das ist genau das Ausschlaggebende ob Innovation in Organisation gelingt oder nicht. Gleichzeitig den Status quo aufrecht erhalten zu wollen und an etwas ganz Neuem zu arbeiten ist schmerzvoll und scheitert letztlich.

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Hindert oder fördert Freiraum Innovation?

Foto: © Renée Del Missier / www.reneedelmissier.com

Den aktuellen Beitrag auf der Site „Die Umsetzungsberatung“ http://www.umsetzungsberatung.de/unternehmenskultur/kreativitaet.php widmet Winfried Berner der These, unbegrenzte Freiräume seien ein sicheres Rezept, damit Kreativität und Innovation nicht funktionieren. Oder würde ein Blankoscheck Ihrer Kreativität Flügel verleihen? Berner meint, dass der Mensch durch drei Voraussetzungen hoch motiviert wird: ein ausreichend wichtiges Problem, Restriktionen, die die Handlungsmöglichkeiten einschränken und ein Mindestmaß an Gestaltungsspielraum.

Gerade als ich darüber nachdachte, ob Berner, den ich sehr schätze, da wirklich recht hat, wurden meine Gedanken von Ö1 unterbrochen. Die Moderatoren unterhielten sich gerade über ein Konzert von John Cage um 1940. Er plante auf der Bühne neben dem Klavier eine Reihe von Schlaginstrumenten aufzustellen, um den Sound afrikanischer Musik zu produzieren. Im Theater war aber nur Platz für das Klavier. Er hatte also ein Problem, die kleine Bühne und den Zeitdruck als Einschränkung. Was tat er? Er belegte die Klaviersaiten mit verschiedenen Materialien, wie Papier, Nägel, Radiergummis um schlagzeugartige Klänge und Geräusche zu erzeugen. Damit war das „Präparierte Klavier“ erfunden.

Das bestätigt also Berner. Andererseits höre ich Führungskräfte eher klagen, dass in ihrem Unternehmen für Innovationsprozesse viel zu enge, standardisierte Abläufe und Regeln gelten. Es fallen mir etliche Beispiele ein, wo unter dem Druck der engen Rahmenbedingungen keine oder nur recht bescheidene Lösungen entstanden. Oder die Innovation war nur die x-te Variante des bereits Bekannten. Beim Symposium „Kunst fördert Wirtschaft“ sagte der Hirnforscher Gerald Hüther „Je mehr man sich anstrengt, desto weniger Hirn ist an!”.

Wie kommt also das „Wirklich radikal Neue“ in die Welt?
Wie kann es gelingen „to think beyond what made our company successful thus far“?
Was ist Ihre Meinung?

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Symposium „Kunst fördert Wirtschaft“

Foto: Helga Stattler

Die große Maschinenhalle der DASA Ausstellung Arbeitswelt in Dortmund war Ende November 2010 inspirierender Austragungsort des interdisziplinären Symposiums renommierter Wissenschaftler, Künstler und Querdenker, konzipiert von der IDfactory der TU Dortmund. Im Mittelpunkt stand die Frage des Transfers künstlerischer Denkprozesse und Methoden in außerkünstlerische Felder, als Motor wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Prozesse.

Der provokante Titel „Kunst fördert Wirtschaft“ wird Ursula Bertram zugeschrieben, einer engagierten Querdenkerin mit Pioniergeist, bekannt durch öffentliche Kunstprojekte im nationalen und internationalen Raum. Sie brachte den Innovationsmanager der Bayer MaterialScience AG Eckard Foltin, den Hirnforscher Gerald Hüther, den Architekten und Autor Werner Preißing, Reinhild Hoffmann, Choreografin und Tänzerin, die Malerin und Fotografin Birgit Luxenburger, den Managing Director der deutschen Kammerphilharmonie Bremen Albert Schmitt, den Dokumenta-Teilnehmer Timm Ulrichs, die Kulturmanagerin und Beraterin Doris Rothauer und viele andere als Referenten und Diskutanten zu dieser Veranstaltung.

Frau Professor Bertram zog Bilanz: „Wirtschaft braucht Innovation. Die Heimat innovativen Denkens ist zweifelsohne das Feld der Kunst, präziser des künstlerischen Denkens und Handelns. Daher müssen wir uns fragen, wie es gelingt, künstlerisches Denken in Felder außerhalb der Kunst, besonders die Wirtschaft, transferieren zu können.“
Eine kurze Information zur Veranstaltung bietet das kürzlich veröffentlichte Video auf YouTube:

http://www.youtube.com/watch?v=HOp4KvR2YmM&feature=player_embedded#!

Die Unschärfebrille
ist ein „Produkt“ des Symposiums „Kunst fördert Wirtschaft“, bestens geeignet für jeden, der sich einem Thema ohne Vorbehalte nähern möchte:

Foto: IDfactory

Und hier die Gebrauchsanweisung:

Die Unschärfebrille und der Abstandhalter der IDfactory.
Ein Video von Elza Javakhishvilli mit Nicola Gördes.

http://www.youtube.com/watch?v=rVjliS6_rSQ&feature=mfu_in_order&list=UL

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Südtiroler Unternehmer suchen konstruktiven Dialog mit Künstlern

Neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Kultur und Wirtschaft sind das Thema einer Sendereihe im Studio 3 des Senders RAI Bozen. Susanne Barta interviewt in dieser Serie vor allem Manager aus internationalen Unternehmen aber auch Jungunternehmer. In der Sendung am 10. Jänner 2012 war die Meinung des Instituts für Kunst und Wirtschaft zum Thema „Alternativen zum Kunst-Sponsoring“ gefragt.

Interessant an den Gesprächen ist, dass alle Interviewpartner aus der Wirtschaft über ein Umdenken in der Beziehung zu KünstlerInnen und Kunst berichten. Kunst ist kein Prestigeobjekt mehr, sondern muss zum Unternehmen passen, die MitarbeiterInnen und die gesamte Organisation emotional berühren. Dann kann man sich auch vorstellen, Künstlerinnen und Künstler im Sinne einer Partnerschaft stärker zu integrieren, zum Beispiel bei Innovationsprozessen, der Entwicklung neuer Technologien. Kreativität und Innovation müssen „anders gedacht“ werden und da könnte Kunst ein guter Partner sein.

Auf die Frage von Susanne Barta, was denn Wirtschaft von der Kunst lernen kann, antwortet zum Beispiel der Jungunternehmer eines traditionellen aber innovativen Familienbetriebes: „Wir, die Wirtschaft, leben in der Gegenwart und mit Zahlen, immer nur Zahlen. Die Kunst blickt viel mehr in die Zukunft, sie nimmt sich den Freiraum Dinge anders zu betrachten. Von Künstlern können wir lernen zu abstrahieren. Wenn man sich von der Realität distanzieren kann wird man kreativer.“

Für den Manager eines internationalen Unternehmens mit 5000 MitarbeiterInnen steht das bisherige Sponsoringkonzept auf dem Prüfstand. In Zukunft muss das mehr sein als Logo und PR. Weg von der Gießkanne zu nachhaltigen, langfristigen Partnerschaften, wie das in anderen betrieblichen Bereichen selbstverständlich ist. Kunst soll zum Spirit des Unternehmens passen und für beide Seiten Werte generieren.

http://www.raibz.rai.it/podcast/deu/studio_3_kulturmagazin/studio_3_kulturmagazin.xml

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Künstlerin begleitet Fusion

Die Drogeriemarktkette dm investiert 130 Mio Euro in ein modernes Logistikzentrum für Süddeutschland. Für 1200 MitarbeiterInnen von zwei Standorten mit langer Tradition soll das der neue Arbeitsplatz sein. Wenn man weiß, dass Götz W. Werner auch nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand die Unternehmenskultur nachhaltig prägt, dann ist keine Überraschung, dass nicht nur in Gebäude und Technik investiert wird. Götz W. Werner hat 1973 den dm-drogerie markt gegründet und ist bekannt für sein Organisationskonzept der „Dialogischen Führung“, basierend auf Vertrauen und Respekt, das den Filialen hohen Gestaltungsspielraum bei Entscheidungen, Selbstverantwortung und Eigenkontrolle gibt.

Den Verantwortlichen ist bewusst, dass die Übersiedlung ein radikaler Eingriff in das soziale Gefüge der MitarbeiterInnen darstellt. Deshalb soll die Beraterin und Künstlerin Mariott Stollsteiner den Fusionsprozess begleiten. In einer ersten Phase werden die MitarbeiterInnen eingeladen, gemeinsam zu malen, bildhauern und musizieren. Bei der Aufgabe ihre Befürchtungen und Erwartungen auf großen Plakatwänden als „Botschaften an einen unbekannten Kollegen“ zu zeichnen, beteiligen sich 700 MitarbeiterInnen aller Hierarchieebenen. In der zweiten Phase wird ein Zelt neben der Baustelle errichtet und mit den verschiedensten Musikinstrumenten ausgestattet.  Zum  gemeinsamen Werk trägt jeder Einzelne bei, eine positive Erfahrung, die auf die Arbeitswelt übertragen werden kann.

Joachim Lück, Leiter des Verteilzentrums: „Mit traditionellen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen kann der Erfolg dieser Arbeit nicht gemessen werden. Wir beobachten:
–         Sensibilisierung für die Fähigkeiten der KollegInnen
–         Teamarbeit wurde gefördert
–         MitarbeiterInnen melden sich nun freiwillig zu neuen Aufgaben“

Unternehmen: dm-drogerie markt
Künstlerin: Mariott Stollsteiner, Stollsteiner art&business

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