Musenkuss für die Wirtschaft

© David Payr
© David Payr

 

 

 

 

„Musenkuss für die Wirtschaft“ titelt der Bestseller die Ausgabe 11/12_2014 mit dem Untertitel „Was Unternehmen von der Kunst lernen können“. Die Titelgeschichte ist ein Interview mit Lilli Hollein (Vienna Design Week) und Anja Hasenlechner (hasenlechner art-consult). Auch sie sind Vermittler zwischen Kunst und Wirtschaft. Beide plädieren dafür, „Kunstschaffende als visionäre Vordenker wahrzunehmen, weil sie andere Zugänge zu den relevanten Themen haben“ (Hollein).

 

Auf den Seiten 26 – 29 geht es dann um die Künstlerische Intervention. Die Journalistin Doris Neubauer hat Karin Wolf und mich interviewt und bringt es mit folgendem Zitat auf den Punkt: „Künstler bringen ihre künstlerischen Fähigkeiten, Sichtweisen und besonderen Arbeitsprozesse ein. Sie kommen aus einer anderen Welt, sie kennen die Sprache, die Regeln und Codes von organisationen nicht. Das ist ihr Vorteil. Sie sind neugierig, nehmen differenziert war, sie hinterfragen konsequent, reflektieren, was sie erleben, suchen neue Zusammenhänge.“

Erich Wiesmüller _Inner Circle
Erich Wiesmüller _Inner Circle

Als Praxisbeispiel schildert sie die Arbeit des Künstlers Erich Wiesmüller für die Consultants Inner Circle1). Susanne Bixner, Partnerin und Leiterin des Büros berichtete ihr, dass der Künstler völlig freie Hand hatte und es für alle spannend war zu sehen, wie er aufgrund seiner Wahrnehmung die Organisation interpretierte: „Wiesmüller hat nicht nur unser Tätigkeitsspektrum sondern speziell die Stimmung hier in unserem Büro erspürt und wiedergegeben.“

Interessant dann auch der Beitrag über Kreativität und das Brechen bestehender Regeln. Denn „Neues entsteht nur, indem Altes infrage gestellt wird“ sowie das Interview mit dem Bürgermeister von Reykjavik, der viele Kreative ins Rathaus brachte, um die Stadt aus einer fundamentalen Krise zu führen.

1) Erich Wiesmüller ist Mitglied in unserem Künstlerpool, hier das Interview mit ihm.

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Bilanz zur Halbzeit: Erfahrungen aus drei künstlerischen Pilotprojekten

©Volker Sponholz www.purefruit-magazin.de
©Volker Sponholz www.purefruit-magazin.de

Das Projekt „Unternehmen! KulturWirtschaft“ am Nordkolleg Rendsburg in Schleswig-Holstein zieht zur Halbzeit Bilanz. Das Team um Projektleiterin Lena Mäusezahl initiiert und begleitetet künstlerische Interventionen in regionalen Unternehmen, agiert also als Intermediär zwischen Kunst und Wirtschaft.

Ohne das Nordkolleg als Mittler wären die künstlerischen Interventionen nicht entstanden, sind sich die Akteure aus Kultur und Wirtschaft einig. In einem ersten Rückblick auf die gemeinsamen Experimente wurde Bilanz gezogen: „Standard-Rezepte und –formate gibt es für die Interventionen nicht. Jede Intervention ist auf eine individuelle Fragestellung ausgerichtet und wird maßgeschneidert. Dabei können sämtliche Kunstsparten und Formate zum Einsatz kommen. Unsere Kernkompetenz liegt darin, ein passendes Matching und eine gute Prozessbegleitung zu gewährleisten“, erklärt Lena Mäusezahl.

Hier die kurze Beschreibung der Pilotprojekte:

©Volker Sponhlz,www.purefruit-magazin.de
©Volker Sponhlz,www.purefruit-magazin.de

 

 

Bei Holm & Laue in Westerrönfeld, Spezialisten für die Kälberaufzucht, errichteten die Flensburger Künstlerinnen Dany Heck und Christiane Limper für fünf Wochen ein Künstlerbüro. Von dort aus starteten sie einen humorvollen Befragungsprozess und kreierten in neu durchmischten Mitarbeiterteams eine gemeinsame Wohlfühlzone im Kälber-Iglu.

©Volker Sponhlz,www.purefruit-magazin.de
©Volker Sponhlz,www.purefruit-magazin.de

 

Bei Haus & Grund Kiel, einem Verein von Haus- und Wohnungseigentümern, machten Hanno Hart und Gabi Kob aus den Mitarbeiterinnen in der Empfangshalle eine Filmcrew, um den Teamgeist aufzufrischen und den Blick auf die eigene Arbeitswelt neu zu erfinden. In vier Monaten entwickelte und produzierte das Team eine hauseigene Serie.

 

©Volker Sponhlz,www.purefruit-magazin.de
©Volker Sponhlz,www.purefruit-magazin.de

Bei der Getreide AG Rendsburg, einem weltweit agierenden Agrarhandels-Unternehmen, fanden sich die Nachwuchsführungskräfte am Zeichentisch wieder. Dort entwarfen sie mit Tim Eckhorst und Gregor Hinz ein gemeinsames Bild ihres Unternehmens in Form einer Comic-Landkarte.
Die Illustrationen im Bericht von Birthe Dierks wurden von Volker Sponholz während der Veranstaltung „Halbzeit“ als Graphic Recording live gezeichnet.

Die wissenschaftliche Begleiterin, Dr. Anke Strauß vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung erklärte, die Qualität der künstlerischen Interventionen liege darin, Menschen zu öffnen. Das bestätigten auch die teilnehmenden Unternehmen, sowohl die Kommunikation insgesamt als auch besonders konstruktive Kritik sind seit den Projekten verstärkt zu erleben. Dabei gab es anfangs überall etwas Skepsis gegenüber den Künstlern. Die Künstler haben es aber jeweils geschafft, diese Skepsis in eine positive Dynamik zu überführen.

In der nächsten Projektphase wird es darum gehen, die gewonnene Expertise zu dokumentieren und die Erfahrung in die nächsten Projekte einfließen zu lassen. Das Projekt, das noch bis Ende 2015 läuft, wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, dem Zukunftsprogramm Wirtschaft der EU, dem Bund und dem Land Schleswig-Holstein gefördert.

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Kunst irritiert – und wirkt!

„Künstlerische Irritationen in Unternehmen“ ist der Titel einer Publikation von Susanne Fenkart in der Zeitschrift momentum Vol. 3, No 2., nachzulesen unter

http://www.momentum-quarterly.org/index.php/momentum/article/view/80

Was mir besonders an dieser Arbeit gefällt ist

– Die gute Auswahl der drei Praxisbeispiele, die eine breite Palette von möglichen Kunst-Interventionen beschreiben. Einerseits zeigt Susanne Fenkart die Gemeinsamkeiten auf, gleichzeitig erstaunt gerade die völlig unterschiedliche Herangehensweise der KünstlerInnen und die Reaktion von Management und MitarbeiterInnen.

– Die Autorin stellt höchst spannende Fragen am Ende jeder Fallstudie, die dazu einladen, gleich selbst zu überlegen, wie man sich in einer solchen Situation verhalten würde.

– Die durchgängige Betrachtung des Themas Kunst und Organisationsentwicklung entsprechend den Prinzipien des Systemischen Management. Sie schreibt zum Beispiel, dass systemtheoretisch betrachtet Fortschritt durch Interventionen und Irritationen aus der Umwelt ausgelöst wird. Das sind die wesentlichen Elemente für Veränderungsprozesse und Weiterentwicklung in sozialen Systemen. Durch Irritation wird ein System gestört, auf etwas aufmerksam gemacht, angeregt. Die Kunst irritiert dadurch, dass sie nicht festlegt, wie sie die Realität beobachtet – kritisch, idealisierend, ironisch – ohne das Ziel gleich mit anzugeben. Kunst zeigt auf, dass mehr Kombinationen möglich sind als angenommen, dass alles auch anders gemacht werden könnte.

Damit erhöht sich die Chance, dass gewohnte Verhaltensweisen verändert werden, und zwar vom System selbst. Allerdings ist Widerstand unvermeidlich, denn die Systeme wehren sich zunächst gegen die Angriffe von außen. Fenkart zitiert den führenden systemischen Organisationsberater Fritz B. Simon (aus seinem Beitrag „Künstlerische Interventionen im wirtschaftlichen Kontext“ im Buch Oeconomenta):

„ Die Art des Wirksamwerdens, ohne dass die Wirkung vorhersehbar ist, wird als Irritation bezeichnet, das heißt, das Geschubstwerden wirkt auf das so behandelte System als „Störung“ oder „Anregung“ , auf die es seiner internen Strukturen gemäß reagiert. Auf diese Weise ist es in der Lage, aus Erfahrungen zu lernen und Strukturen wie Verhaltensschemata zu verändern.“

Susanne Fenkhart
Susanne Fenkart

Bereits 2011 sind mir die Arbeiten von Susanne Fenkart aufgefallen, als ich im Internet die Kurzbeschreibung ihrer Studie „Zum Verhältnis von Kunst und Wirtschaft“ fand. Seither sind wir in ständigem Mailkontakt, heuer im Mai haben wir uns dann endlich persönlich kennen gelernt. Neben dem Team um Ariane Berthoin Antal vom WZB Wissenschaftszentrum Berlin und unserem Team vom Institut für Kunst und Wirtschaft in Wien ist Susanne Fenkart eine der wenigen, die sich wissenschaftlich mit dem Thema Kunst und Wirtschaft beschäftigen. Deshalb schätzen wir den Austausch mit ihr ganz besonders.

Susanne Fenkart schloss 2013 ein Diplomstudium der Kunstgeschichte und gleichzeitig ihr Doktoratsstudium der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Innsbruck ab. Für ihre Dissertation „Zum Verhältnis von Wirtschaft und Kunst“ führte sie 28 narrative Interviews mit Unternehmensvertretern und Bildenden Künstlern in Österreich, Deutschland, Italien und Liechtenstein. Die Arbeit wird im Herbst im Kulturverlag Kadmos erscheinen und ich werde natürlich das Buch hier im Blog besprechen. Anlässlich des Welttags der Wissenschaft am 10.11.2014 wird Frau Fenkart den Wissenschaftspreis des Landes Vorarlberg – Spezialpreis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses – im Landhaus Bregenz überreicht bekommen. Wir gratulieren!

Nun aber zu ihrer gerade erschienenen Arbeit „Künstlerische Irritation in Unternehmen“. Fenkart spannt den Bogen von der Kunst die immer schon gesellschaftliche Entwicklungen und Probleme thematisiert hat über die Wirkung von Irritation auf den Fortschritt bis zu den Einsatzmöglichkeiten und der Wirkung künstlerischer Irritationen in Unternehmen.

Anhand von drei Beispielen zeigt sie dann die Vielfalt der Wirkungen auf. Eines dieser Praxisbeispiele, das Projekt „8 x 5 x 363 + 1“ der Künstlerin Raphaelle De Groots, kannte ich noch nicht und fand die Beschreibung so spannend, dass ich Frau Fenkart eingeladen habe, darüber einen Beitrag für diesen Blog zu schreiben. Sie werden die Geschichte über die Tuchfabrik Cittadellarte in Biella, Italien, also demnächst hier lesen können. Es geht um den Arbeitsalltag der MitarbeiterInnen, die durch punktuelle Handlungen der Künstlerin angeregt wurden, die eigene Arbeit zu reflektieren – eine sanfte Irritation der bestehenden Ordnung.

Die beiden anderen Beispiele können Sie sowohl in der Arbeit von Susanne Fenkart als auch in diesem Blog lesen – aus zwei Perspektiven, die einander ergänzen.

© Petri Virtanen Central Art Archives Helsinki
© Petri Virtanen Central Art Archives Helsinki

Da ist zunächst das umfassende unternehmerische Kunstengagement einer führenden Unternehmensberatung, der Droege Group in Düsseldorf, das seit rund 20 Jahren ein integraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie ist. Im Kunstkonzept von Droege wird davon ausgegangen, dass der Umgang mit Kunst zum Sehen anstiftet und damit einen Bewusstwerdungs-Prozess unterstützt.

Das dritte Fallbeispiel, „The Trainee“, ist wohl die eindeutigste „Irritation“ eines Systems. Oder wie würden Sie reagieren, wenn eine neue Praktikanten, die anfangs den Erwartungen gemäß gearbeitet hat, nun ruhig an ihrem Schreibtisch sitzt und offensichtlich NICHTS tut? Und wenn Sie auf Ihre Nachfrage antworten würde: „Ich denke nach“? Deloitte präsentierte das Projekt in zahlreichen Museen international und u.a. in seiner Lounge am Helsinki Vantaaa Airport.

Hier also nochmals die Einladung die Beispiele nachzulesen und der Link zur Arbeit von Susanne Fenkart:

http://www.momentum-quarterly.org/index.php/momentum/article/view/80

Und hier der Link zu den zwei Praxisbeispielen, die bereits in unserem Blog beschrieben wurden:

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Hybrid Plattform Berlin – Reflexionsraum für Wissenschaft, Kunst und Wirtschaft

Vor kurzem war ich in Berlin, um mehr über die Hybrid Plattform zu erfahren, auf die ich durch Medienberichte aufmerksam wurde. Auf dem Weg von der U-Bahn zum Gesprächstermin ist mir die unmittelbare Nachbarschaft der beiden Gebäude der Technischen Universität und der Universität der Künste gleich aufgefallen. Offensichtlich trug diese Nähe dazu bei, 2011 eine gemeinsame Arbeitsplattform auf dem Campus Charlottenburg zu gründen. Inzwischen hat diese transdisziplinäre Kooperation weitere Partner aus Wissenschaft, Kunst, der Wirtschaft und der Kreativwirtschaft angezogen und mehr als 30 Projekte verwirklicht.

Hybrid Talks ©Hybrid Plattform
Hybrid Talks ©Hybrid Plattform

Die beiden Projektkoordinatorinnen Kathrin Engler (UdK) und Claudia Müller (TU) schilderten mir die dynamische Entwicklung der Hybrid Plattform. Der Verbund einer künstlerisch-gestalterischen Universität, einer technisch-naturwissenschaftlichen Universität und Wirtschaftsunternehmen verschiedener Branchen und Größen ist einzigartig. Ausschlaggebend für den Erfolg ist, dass die ExpertInnen der verschiedenen Disziplinen von Anfang an gemeinsam arbeiten und nicht wie normalerweise üblich hintereinander. Fachübergreifendes Denken müssen viele erst lernen, der Lohn sind neue Freiräume, die unkonventionelle Ideen und Lösungen ermöglichen.
Zu den Projekten gleich ein Beispiel: Gute Software zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass es Spaß macht, damit zu arbeiten. Intuitiv und nutzerfreundlich soll sie sein, ein Erfolgskriterium, das von Entwicklern noch kaum beachtet wird. Ziel des Projekts „UseTree“ ist es, die Wettbewerbsfähigkeit kleinerer und mittlerer Software-Unternehmen in der Region Berlin-Brandenburg durch „Usability“ zu stärken. Die Hybrid-Plattform hat die Projektpartner zusammengeführt und die Projektkommunikation übernommen.

Landschaftschoreographie ©Matt Jessop
Landschaftschoreographie ©Matt Jessop

Das Projekt „Landschaftschoreografie“ verknüpft Landschaftsgestaltung mit Choreographie. Durch Körper- und Improvisationstechniken, Beobachten und spielerisches Gestalten werden der umgebende Raum und damit verbundene emotionale Aspekte erfahren und reflektiert. Choreographische Methoden arbeiten mit Rhythmen, Sequenzen und Wiederholungen, spielen mit Perspektivwechsel zwischen Akteur, Performer und Zuschauer und hinterfragen darin fixierte Rollenverständnisse. Dieses Projekt entwickelte Alternativen zur üblichen Top-Down-Konfliktmoderation mit dem Ziel eines Interessenausgleichs in der Landschafts- und Raumgestaltung. Es sensibilisiert für landschaftliche Veränderungsprozesse und trägt zur Vielfalt der Akteure innerhalb urbaner Entwicklungen bei.
Im Video über die Hybrid Plattform werden weitere drei Projekte beschrieben. Gleich das erste ist besonders interessant.

[vimeo http://vimeo.com/84672819]

 

Woran können Informatiker, Musikwissenschaftler, Akustiker, Designer, Komponisten und Interpreten gemeinsam arbeiten? Dieses multidisziplinäre Team hat sich als Ziel gesetzt, neue elektronische Musikinstrumente für zeitgenössische Musik zu entwickeln, und zwar solche, die nicht nach den strengen Kriterien von Technikern gebaut werden, sondern den Künstlern und Musikern Entfaltungsmöglichkeiten und Spielraum bieten.

Digitales Musikinstrument  © Alberto De Campo
Digitales Musikinstrument © Alberto De Campo

 

Der Musiker und Komponist Prof. Dr. Alberto de Campo bringt die Chance, die in diesem Projekt liegt auf den Punkt:
Im besten Fall finden wir in diesem Suchprozess andere Dinge als die, nach denen wir ursprünglich gesucht haben.
Wünscht sich das nicht jedes Unternehmen, das nach Innovationen, nach dem wirklich Neuen forscht?

 

Die Hybrid Plattform Berlin bietet einen einzigartigen Freiraum für Fragen, Ideen und Experimente, denn Freiraum ist essentiell für kreative Prozesse und zukunftsträchtige Innovationen. Das Ziel der Hybrid Plattform für die Zukunft: Die erste Adresse für Fragen sein, die andere nicht beantworten können!

Infos: www.hybrid-plattform.org

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Raumgeboren: Kunst findet nicht nur im Museum statt

Wiesmüller
Erich Wiesmüller

Besuch im Atelier des Bildenden Künstlers Erich Wiesmüller

Einen Künstler im seinem Atelier zu besuchen ist ein besonderes Erlebnis. Im Rahmen des Atelierzyklus von Karin Kirste hatte ich bereits im März 2012 in illustrer Runde Gelegenheit das Atelier des Künstlers Erich Wiesmüller zu erforschen. Jeder Raum bot neue Möglichkeiten neugierig hinter die Kulissen zu schauen: Werke mitten im Arbeitsprozess, hunderte seiner berühmten Tagescollagen, minutiöse Klebebilder, Übermalungen, dann das Archiv an Materialien in Schachteln bis zur Decke, penibel geordnet, große und winzige Räume für Gespräche und die Bar für Kaffee und Dialog.

Für das Blog-Interview traf ich Erich Wiesmüller im November 2013 wieder in seinem Atelier – wieder mit völlig neuen Eindrücken und aktuellen Informationen. Gerade war sein „auftragsbuch“ in Berlin erschienen, ein „Kunstprojekt für raumgestalterisches Schaffen“. Es ist kein Präsentationskatalog sondern ein Kunstbuch. Jedes Exemplar ein Unikat, weil im Fall eines Auftrags darin das eigene Projekt dokumentiert wird. Sie können in diesem „auftragsbuch“  blättern, finden darin Ausschnitte aus seinen Arbeiten und spannende Texte. Um seine Arbeitsweise bei küstlerischen Interventionen zu verstehen, empfehle ich die Seite „Der Künstler greift ein“.

zum mitnehmen
Guerilla-Marketing © Erich Wiesmüller

Sind Sie auf der letzten Seite angelangt? Dann staunen Sie vielleicht, dass aus dem „auftragsbuch“ ein „wanderbuch“ wird.  Es startet nach dem System des Guerilla-Marketing im kunstaffinen Bereich, wird auf- und be-griffen und wandert und wandert, um letztlich bei einem Unternehmen mit der Tür ins Haus zu fallen und zu einer Intervention zu führen. Was braucht es dazu seitens des Unternehmens? Eine entspannte Atmosphäre, also keine gröberen Probleme, damit eine solche Intervention, die einen Bruch mit dem Gewohnten bedeutet, möglich ist. Damit die Menschen in der Organisation sich mit dem Werk auseinandersetzen und reflektieren können, welche Impulse, welche Irritation es auslöst, welchen Sinn es erst dadurch macht. Und möglichst leere Wände. Denn es sind Wandarbeiten, die in ganz engem Kontakt mit dem Unternehmen entstehen.

Inner.Circle © Erich Wiesmüller
Inner.Circle © Erich Wiesmüller

Ein Beispiel dafür ist das Projekt  Inner.Circle  für das Wiener Büro der internationalen Beratung Inner Circle Consultants, die im Bereich Executive Search, Board Consulting, Audits und Coaching tätig ist. Wenn Sie das Kunstwerk, das für diese Organisation von Erich Wiesmüller geschaffen wurde, nah heranzoomen und die Headlines und Satzfragmente lesen, dann merken Sie, dass die Branchenkompetenz des Unternehmens im Finanzbereich liegt.

„Ich habe dem Künstler völlig frei Hand gelassen und es war spannend zu sehen, wie er auf grund seiner Wahrnehmung unsere Organisation interpretiert. Was entstanden ist, das ist authentisch, das spürt man. Wiesmüller hat nicht nur unser Tätigkeitsspektrum als internationale Beratungsorganisation sondern speziell die Stimmung hier in unserem Wiener Büro erspürt und wiedergegeben.“ sagt Susanne Bixner, Partnerin und Leiterin des Wiener Büros von Inner Circle Consultants. „Das Feedback unserer Kunden ist sehr positiv. Sie sind überrascht und beeindruckt, wie unsere Art zu arbeiten einen künstlerischen Ausdruck findet, zum Beispiel dass es uns wichtig ist über den Tellerrand zu schauen. Das Kunstwerk zieht die Aufmerksamkeit auf sich, man findet immer wieder etwas Neues in der Vielfalt der Schnipsel aus Texten, Köpfen, Geldscheinen. Auch ich und mein Team haben noch nicht alles gesehen was dem Künstler aufgefallen ist. So sind wir motiviert immer wieder Details zu entdecken und uns darüber auszutauschen.“

Wertschätzung für die Mitarbeiter, Ressourcen und der Umwelt mit Achtsamkeit begegnen, sind dem Künstler wichtig. Er erlebt oft Mitarbeiter, die „durchgebraint“ sind, die ihre eigenen Stärken nicht mehr sehen, das eigene Potential nicht ausschöpfen. Deshalb lädt er sie ein darauf zu schauen, was in ihnen schon angelegt ist, ihre ureigensten Stärken aber auch Schwächen wieder zu entdecken  – und damit bewusst umzugehen.

Nach einem unserer Workshops für KünstlerInnen wurde Erich Wiesmüller Mitglied des KünstlerInnen-Pools des Instituts für Kunst und Wirtschaft. Im „auftragsbuch“ findet sich übrigens u.a. ein Zitat aus diesem Workshop: „Künstlerinnen und Künstler verfügen über besonders ausgeprägte Fähigkeiten der Wahrnehmung, Interpretation und Transformation. Der Künstler bringt seine Sichtweise ein, stellt in Frage, abstrahiert, verdichtet, löst und verknüpft neu.“ So entsteht eine Kunst-Intervention, die auf- und anregt, die stört und provoziert. Genau das ist ihr Zweck.

Informationen: www.raumgeboren.at

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Businesstheater bewegt dich!

Wenn MitarbeiterInnen auf der Bühne stehen und den eigenen beruflichen Alltag in Szene setzen, dann kommt vieles in Bewegung – nicht nur die Körper, sondern vor allem die inneren Einstellungen zu brennenden Themen. Aktuell geht es meist um die Verbesserung interner Prozesse, die Einführung neuer Produkte, Entwicklung von Leitbildern, Veränderungen verschiedenster Art, aber auch Mobbing und Burnout.

Seit 15 Jahren hält Wolfgang Kainz, Gründer und Leiter von Business Theater Unternehmen auf deren Wunsch einen Spiegel vor: ungeschminkt aber immer mit einem konstruktiven Lösungsansatz. Und der kommt von den MitarbeiterInnen selbst, die sowohl die Problemsituation erarbeiten als auch mögliche Veränderungen szenisch darstellen.

Mitarbeitergespräch Erste Bank © Foto Business Theater
Mitarbeitergespräch Erste Bank © Foto Business Theater

Vom Erlebnis zum Ergebnis

Wolfgang Kainz arbeitet wann immer es möglich ist mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – auch mit den Führungskräften (!) – des jeweiligen Unternehmens. Denn es macht einen Unterschied, ob man Zuschauer einer Szene ist, oder sie mit allen Sinnen erlebt, bei den Proben und als Mitwirkende/r in der Aufführung. Aber auch die Zuschauer werden einbezogen. Bei der Methode „Forumtheater“ kann jederzeit unterbrochen und dem Spieler auf der Bühne ein anderes Verhalten oder eine andere Aussage vorgeschlagen werden.

Inge Homolka vom Kommunikationsteam des Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim, einem der Stammkunden von BTW: „Aus meiner Sicht lernt man mit solchen interaktiven Übungen wesentlich mehr für den beruflichen Alltag als dies bei einem Vortrag möglich wäre.“

Vertrauensbasis entscheidend

Jedes Projekt beginnt mit einem offenen Gespräch mit dem Auftraggeber, möglichst der obersten Führungskraft des Fachbereichs oder dem Vorstand des Unternehmens. „Im Briefing ist es wichtig, eine persönliche Beziehung und eine Vertrauensbasis aufzubauen“, so Wolfgang Kainz. „Der Erfolg stellt sich garantiert ein, wenn Unternehmen und das Business Theater-Team gemeinsam eine Expedition, eine Entdeckungsreise unternehmen. Wie der Weg ausschauen wird ist offen, denn es gibt keine vorgefertigte Vorgangsweise. Aber es gibt eine Einschätzung wohin die Reise gehen soll und mit welcher Kunstform.“  Ob mit Theater, Musik, Film, Tanz ist eine Bauchentscheidung, die Wolfgang Kainz auf Grund seiner Erfahrung trifft.

Dabei spielt sein Gefühl für die Menschen in dieser Organisation, die Kultur des Unternehmens, die Atmosphäre eine große Rolle. Was kann man dem Unternehmen zumuten? Welche Grenzen kann man ausloten? Wie weit kann man sich hinauslehnen ohne jemanden zu überfordern? Wer sich darauf einlässt, einen Spiegel vorgehalten zu bekommen, dem eröffnen sich neue Perspektiven. Eine Prise Humor entschärft dabei den kritischen Blick.

Fa.Palfinger © Foto Business Theater
Fa.Palfinger © Foto Business Theater

Im Fall der Hypo NÖ hat der externe Unternehmensberater Thomas Baumgartner (Benedicon) vom Finanzvorstand  Mag. Nikolai de Arnoldi erfahren, dass ein internes Projekt geplant ist. Ziel war, die Prozessabläufe der verschiedenen Finanztransaktionen transparent zu machen und die Kommunikation der MitarbeiterInnen prozessorientiert zu optimieren. Baumgartner schlug die Methode des Business Theaters vor. Theater wurde somit die ideale „Plattform“ für erlebnisorientierte Kommunikation. 120 MitarbeiterInnen wurden aktiv einbezogen, unterstützt von zwei Schauspielern und Wolfgang Kainz als Regisseur und Moderator.

Die Geschäftsleitung der Firma Hilti AG wollte von den MitarbeiterInnen wissen, was für sie der USP des Unternehmens ist, also aus der Sicht eines Mitarbeiters. Kainz hatte die Idee, den Mitarbeitern eine Kamera in die Hand zu geben, weiters Zugang zu einem Kostümfundus und zu sämtlichen Geräten von Hilti. Die Aufgabe war, einen 30-Sekunden-Werbespot zum Thema  „Was macht Hilti aus?“ zu drehen. Die Aufnahmen wurden dann von professionellen Cuttern zusammengeschnitten und mit Musik sowie Vor- und Nachspann versehen. Höhepunkt der Firmenveranstaltung war dann die abendliche Hollywood-Gala. Die Werbespots wurden vorgeführt und die Besten ausgezeichnet.

Wie geht es weiter?

So ist Bewegung in die Organisation gekommen. Wesentlich ist nun, diese Energie zu nutzen und sofort die nächsten Schritte festzulegen. Der Vorstand bzw. die Geschäftsleitung wird daher gebrieft, auf jeden Fall am Ende der Veranstaltung mit den MitarbeiterInnen zu besprechen wie es weitergehen wird und wer sich darum kümmert. Meist sind es die jeweiligen Führungskräfte oder der HR-Bereich. Darüber hinaus gibt es immer das Angebot für eine Nachbesprechung. Obwohl kostenlos findet sie oft aus „Zeitgründen“ nicht statt. Dabei zählt Reflexionsfähigkeit zu den wichtigen Qualitäten von Führungskräften. Feedback geben und annehmen – ein Thema für das nächste Businessstheater?

Weitere Infos: www.businesstheater.at

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Kunst ist Kommunikation

Interview mit dem Künstler Klaus Ludwig Kerstinger, Mitglied im Künstler-Pool des Instituts für Kunst und Wirtschaft

Helga Stattler:
Im Kulturmanagement.net stellst Du Dich als „Künstler und Manager“ vor und schreibst gleich im ersten Absatz, dass Du Dir zu Beginn deiner künstlerischen Tätigkeit nie hättest vorstellen können, Dich so zu titulieren. Wieso hat sich das verändert?

Klaus Ludwig Kerstinger
Klaus Ludwig Kerstinger

Klaus Ludwig Kerstinger:
Nach dem Studium an der Kunstakademie Wien arbeitete ich als freischaffender Künstler und widmete mich ganz dem Künstlerdasein. Nebst meiner künstlerischen Arbeit suchte ich im Laufe der Zeit eine weitere Reibung. Mich interessierte der Kunstbetrieb an sich, ich wollte etwas bewegen und so gründete und leitete ich mit zwei Partnern die Galerie art2net für junge Nachwuchskünstler. Wir hatten ein gutes Händchen bei der Auswahl der Künstler. Was mich damals und heute noch interessiert ist die andere Seite des Kulturbetriebs zu sehen, also wie arbeiten und organisieren Institutionen Projekte. Bei meinem Postgraduate Studium Kultur & Organisation habe ich das Handwerk studiert. Als Künstler, als Ich-AG, muss man auch solche Fähigkeiten entwickeln, vielleicht im kleineren Stil, aber das Grundprinzip ist bei größeren Projekten das gleiche.
Diese Erfahrungen sind für meine künstlerische Arbeit sehr wichtig. Aktiver Künstler zu sein und als Kulturmanager im Kulturbetrieb zu stehen ist für mich sehr prägend und wesentlich. Durch diese beiden Welten bekomme ich geistigen Austausch und eine Reibung, durch die ich mich weiterentwickeln kann.

Helga Stattler:
Du hast am Institut für Kulturkonzepte und der Universität Wien eine Ausbildung zum Kulturmanager absolviert, wo kannst Du dieses Knowhow anwenden?

Klaus Ludwig Kerstinger:
Da habe ich in erster Linie gelernt alles bis zum Ende durchzudenken, also die Idee auf das Papier zu bringen und dann in die Realität umzusetzen. Das nützt mir sowohl als Manager meiner eigenen Person als auch für meine Tätigkeit als Kulturmanager. Profitiert habe ich auch durch die TeilnehmerInnen aus verschiedenen Sparten. Mit etlichen Studienkolleginnen und -kollegen bin ich noch in Kontakt. Das ermöglicht mir interessante Einblicke in Kulturorganisationen und deren Tätigkeitsfelder und natürlich hat sich dadurch auch ein wesentliches und auch nützliches Netzwerk entwickelt.

Helga Stattler:
Derzeit bist Du in „beiden Welten“ aktiv.

Klaus Ludwig Kerstinger:
Als Kulturmanager bei der Kunst- und Kommunikationsagentur art : phalanx bekomme ich viel Energie durch die Auseinandersetzung mit der Wirtschaft, das macht Freude und Spaß. Und das wirkt sich wieder auf die künstlerische Arbeit aus. Kunst ist Kommunikation. Und ein nicht unwesentlicher Aspekt in der Kunst ist der Bezug zur Wirtschaft.

Helga Stattler:
Wie kann sich die Wirtschaft der Kunst nähern?

Klaus Ludwig Kerstinger:
Zunächst geht es als bildender Künstler um Produkte und Werke. Unternehmen besuchen Ausstellungen, tätigen Ankäufe oder haben eine hauseigene Galerie. Das trägt zur Bewusstseinsbildung im Unternehmen bei. Kunst ist ein möglicher Weg offener zu werden, sich für etwas abseits der Arbeit zu interessieren oder auch sich mit der eigene Firma zu identifizieren. Ein wesentlicher Schritt ist dann vom Kunstwerk zur Person des Künstlers, der Künstlerin. Wie denkt diese Person, wie handelt sie, welche Überlegungen und Aussagen sind für die KünstlerInnen wichtig. KünstlerInnen kennen zu lernen heißt, einen neuen Zugang zur Kunst zu gewinnen, vielleicht auch Irritationen erleben zu dürfen.
Künstlerischer Ausgangspunkt sind Themen, die bewegen. Entweder gesellschaftspolitische Fragen, die zum Nachdenken anregen oder konkrete Themen in einem Unternehmen. Mit diesem Potential setzt sich die Künstlerin, der Künstler dann auseinander. Das ist der Nährboden für Künstler. Kunst zeigt auf, sie ist ein Spiegel, ein Filter, durch die jeweilige Kunst-Sprache. Es ist eine emotionalere Ausdrucksform, Räume werden breiter. Man erwartet sich das auch von einem Künstler, das ist ein Stück künstlerische Freiheit.

Helga Stattler:
Welche Voraussetzungen sind Deiner Erfahrung nach fürs Gelingen eines solchen Projekts maßgeblich?

Klaus Ludwig Kerstinger:
Neugierde, Offenheit und Mut für Veränderung. Natürlich muss die Firmenphilosophie passen. Der Künstler hat ein Grundkonzept aus der künstlerischen Tätigkeit, dem eigenen Spektrum. Nun ist die Firma das Medium und man nähert sich ihr, screent das Unternehmen und reagiert dann auf das was man sieht, hört, spürt  – in der eigenen künstlerischen Sprache, im eigenen „Stil“, der eigenen Ausdrucksform.
KünstlerInnen sind immer Beobachter. Sie filtern  und reagieren dann auf „Erlebtes“. So entstehen neue Visionen. Genau mit diesen Ansätzen kann etwas bewegt und bewirkt werden. Das ist, so denke ich, auch die Erwartungshaltung im Unternehmen, ist aber auch mit gewissen und nicht programmierten Spannungsmomenten verbunden.

Helga Stattler:
Was kann sich ein Unternehmen von der Zusammenarbeit mit Künstlern erwarten?

Klaus Ludwig Kerstinger:
Einen kreativer Ansatz und eine unkonventionelle Lösung. Zumeist öffnet sich eine Tür und eine kreative Idee und etwas wirklich Neues ist da! Letztlich ist das Ziel eine Win-win-Situation. Das Unternehmen profitiert von kreativen Denkansätzen und die Künstlerin, der Künstler profitiert für die eigene Kunst.

Informationen zum Künstler

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Kreative Projektideen für die Wirtschaft

565 Unternehmen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft haben sich beim bundesweiten Wettbewerb „Kultur- und Kreativpiloten Deutschland 2013“ beworben. Aus dem umfassenden

Christian Hoffmann_SpielPlan
Christian Hoffmann_SpielPlan

Auswahlverfahren sind 32 Preisträger hervorgegangen, darunter „SpielPlan“, das Team um Christian Hoffmann in Berlin, langjähriger Kooperationspartner meines Unternehmens VeranstaltungsDesign. Mit dieser Auszeichnung wird anerkannt, dass Theaterkonzepte, die maßgeschneidert für konkrete Situationen und Themen eines Unternehmens entwickelt werden, eine starke und nachhaltige Wirkung haben.

Die KünstlerInnen von SpielPlan gehen ins Unternehmen, machen sich ein Bild, schlüpfen in die Rollen von Führungskräften und MitarbeiterInnen um dem Unternehmen einen Spiegel vorzuhalten oder motivieren die MitarbeiterInnen, sich in die Rolle ihrer Chefs oder Kollegen und Kolleginnen zu versetzen. Eine fremde Perspektive einzunehmen, selbst zu spüren, welche Emotionen dabei hochkommen, hilft den Anderen besser zu verstehen, sich selbst und das Team neu wahrzunehmen. So können Konflikte gelöst, Prozesse und Beziehungen verbessert werden.

In Österreich ist derzeit Wolfgang Kainz mit Businesstheater Wien der erfahrenste Anbieter von Theaterprojekten für die Wirtschaft. Unter „Praxisbeispiele“ werde ich demnächst über aktuelle Projekte beider Unternehmen berichten.

Informationen zu SpielPlan

Die Preisträger des Wettbewerbs

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Was die Musik die Wirtschaft lehren kann

Am 27. August wird es in Alpbach im Rahmen des Kulturprogramms des Europäischen Forums Alpbach 2013 einen außergewöhnlichen Abend geben. Miha Pogačnik, Violinvirtuose und Visionär, wird mit Willibald Cernko, dem Vorstandsvorsitzenden der Bank Austria über die Verbindung zwischen Kunst und wirtschaftlichen sowie gesellschaftlichen Themen unserer Zeit diskutieren und nach neuen Perspektiven suchen.

Ich habe Miha schon einige Male bei seinen dynamischen, hoch emotionalen Vorträgen erlebt, unter anderem in Schloß Borl, Slovenien – ein kurzer Ausschnitt dieses Ereignisses ist hier nachzuhören:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=j2iB_zGz7Ho&w=420&h=315]

Die Vortragsperformance „Was die Musik die Wirtschaft lehren kann“  verspricht also für das Publikum musikalischen Genuss, aber auch überraschende Gemeinsamkeiten von Musik und Prozessen im Management: die Dynamik des Umfelds, das brennen für etwas Neues, das fließen lassen, die Umwege zur Lösung.  Im Guardian, London, war einmal zu lesen “Miha Pogačnik is an artist who is making hard-nosed executives turn to the world of creative talent in a pragmatic effort to improve efficiency.”

In der Diskussion wird Miha den Managern also vermitteln, dass eine neue Form von Beziehung zwischen Kunst und Wirtschaft kühne Visionen möglich macht. Künstler zeichnen sich durch Leidenschaft, Mut, Ideenreichtum und Vorstellungskraft aus. Genau das sind zentrale Fähigkeiten um Wachstum und Nachhaltigkeit in der Wirtschaft zu sichern.

Informationen zur Veranstaltung

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Creative Economy – wie entsteht das NEUE?

CCKonferenz2013Die erste Konferenz des europäischen Netzwerks von Organisationen im Bereich „Kunst und Wirtschaft“, die im März in Brüssel stattfand, war bestens vorbereitet. Die Profile und Aktivitäten aller Organisationen in diesem Bereich wurden recherchiert und ausgewertet, drei Forschungsprojekte in Auftrag gegeben und deren Ergebnisse präsentiert. Während bisher die Innovationspolitik der EU und auch in den Ländern auf technische und naturwissenschaftlich getriebene Innovationen setzte, hatten die 150 TeilnehmerInnen (Künstler, Manager, Wissenschaftler, Projektbegleiter, Berater und Vertreter des  Europäischen Parlaments und der Generaldirektion der Europäischen Kommission) nun fundierte Unterlagen, die belegen, dass die Zusammenarbeit von Unternehmen und KünstlerInnen innovatives Denken und Handeln in ganz neuer Weise fördert.

Wie wichtig das gerade jetzt ist erklärte Keynote-Speaker Michael Hutter vom WZB, Wissenschaftszentrum Berlin, gleich zu Beginn. „Creative Economy“, ist wesentlich bedeutender als die „Creative Industries“, die nur eine – wenn auch wichtige – Nische der Gesamtwirtschaft sind. Es geht vielmehr um einen Paradigmenwechsel von der produktivitätsgetrieben Wirtschaft zu einer ganz neuen Art zu wirtschaften und zu konsumieren, einer „Kreativen Gesamtwirtschaft“ in der das NEUE das Normale ist. Sie wird von Chancen getrieben und nicht von Problemen, Ungewissheit ist nicht unvermeidbares Risiko des Scheiterns, sondern wird als Möglichkeit gesehen, etwas Unerwartetes, Überraschendes zu erreichen. Aber wie findet man das wirklich NEUE?

Mit traditionellen, rationalen Strategien erreicht man das Neue nicht, denn es folgt weder logisch noch schlüssig aus etwas Bestehendem. Das Neue beinhaltet immer ein Element der Überraschung, der Überwältigung, der Entdeckung, des glücklichen Zufalls. Deshalb sind Künstlerische Interventionen in der „Creative Economy“ so wichtig.

Den Bericht von Ariane Berthoin Antal können Sie im Blog „Cultural Sources of Newness“ nachlesen.

Sebastian23
Foto Ch.Neumann www.christoph-neumann.com

Der Slammer Sebastian23, der die Konferenz beobachtete, hat an Ort und Stelle ein Gedicht verfasst und performed.

Daraus nur ein Appetizer:

…..
Let’s serve creatively by interrupting work
And teaching everybody to do something new
I want bus drivers to paint their passengers
I want policemen to sing a search warrant
I want firemen to write a poem about smoking
in bed
I want artists to work
Let’s open up
Like eyes do in their youth
Like I just did with you
…..

Einen ausführlichen Bericht über die Konferenz und die Wirkung Künstlerischer Interventionen finden Sie auch im Blog von KEA.

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Und noch eine kurze Information zu den Forschungsberichten und dazu die Links:

  1. Berthoin Antal, Ariane & Strauß, Anke (2013): Artistic interventions in organisations: Finding evidence of values-added. Creative Clash Report. Berlin: WZB
    (Nutzen künstlerischer Interventionen: Projektarten und -dauer, Wirkung, Voraussetzungen für den Erfolg) Link
  2. Grzelec, Anna & Prata, Tiago (2013): Artists in organisations – mapping of European producers of artistic interventions in organisations, Goethenburg, Sweden: TILLT
    (Organisationen in Europa, deren Ziele, Angebote, Kundenstruktur, Dienstleistungen für Kunden und Künstler)
    Link
  3. Vondracek, Anna (2013): Support-schemes for artistic interventions in Europe – a mapping and policy recommendations. Creative Clash Report. Brüssel: KEA Affairs
    Link
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